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Inklusions- und Therapiehof Gowens Drucken

Projektträger: Frau Tanja Demuth
Förderquote: 45 % der förderfähigen Kosten
Fördersumme: 312.885 €
Umsetzungszeitraum: Januar 2011 – Dezember 2011
Arbeitskreise: Soziales, Schule, Sport und Tourismus

 


Auf einem ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb am östlichen Ortsrand von Gowens in der Gemeinde Dannau im Kreis Plön möchte die Antragstellerin einen familiengeführten Inklusions- und Therapiehof mit behindertengerechten Ferienwohnungen aufbauen.

Der Begriff der Inklusion bedeutet, dass alle Menschen trotz ihrer Verschiedenheit hinsichtlich Herkunft, Fähigkeiten und Beeinträchtigungen gemeinsam leben, lernen und arbeiten. Unter dem Leitgedanken „Es ist normal, verschieden zu sein“ sollen alle Menschen ohne Ausnahme die Möglichkeit haben, Wertschätzung zu erfahren, mitzubestimmen und mitzugestalten.

Der Inklusions- und Therapiehof Gowens soll eine offene Begegnungsstätte für Menschen jeder Altersgruppe, mit und ohne Behinderung, werden. Menschen mit physischen und psychischen Handicaps, Blinde und verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche mit Lernblockaden, ADS, ADHS und Entwicklungsverzögerungen sollen gemeinsam mit "normal" entwickelten Menschen die verschiedenen Reit- und Freizeitangebote nutzen können.
Allen Besuchern und Gästen des Hofes soll das Medium Pferd und seine beruhigende Wirkung nahe gebracht werden – zur Verbesserung ihrer Lebensqualität und Lebenseinstellung.

Das Angebot behindertengerechter Ferienwohnungen mit Reitmöglichkeit unter dem Leitgedanken der Inklusion ist deutschlandweit bisher kaum zu finden, aber gleichzeitig äußerst attraktiv gerade für Familien mit behinderten Kindern/Angehörigen. Speziell für diese Zielgruppe erhält die Region einen weiteren wichtigen Baustein in der gesamttouristischen Angebotsstruktur.
Die Kooperation mit dem ersten Inklusionshotel Deutschlands in Hohwacht – „Das bunte Kamel“ – unterstreicht die Besonderheit des Inklusions- und Therapiehofes Gowens. 
Durch die Einbindung weiterer lokaler und regionaler Partner werden regionale Wirtschaftsakteure gestärkt und unterstützt und neue regionale Wertschöpfungsketten aufgebaut, d. h. auch die anderen Anbieter ähnlicher Dienstleistungen profitieren in ihrer eigenen wirtschaftlichen Entwicklung.

Die Projektträgerin arbeitet seit 1995 als fahrende Reitlehrerin. Daher verfügt sie über vielfältige Erfahrungen im Umgang mit Pferden sowie mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, mit und ohne Behinderung. Durch Lehrgänge (Therapeutisches Reiten, Bodenarbeit, Zirkuslektionen, Pferdefußball, Dominanztraining) und Trainerseminare (Reiten, Voltigieren) bildet sie sich kontinuierlich weiter.

Mit der Einmietung bei anderen Reithallen hat sich die Projektträgerin in den letzten Jahren einen festen Kundenstamm aufgebaut. Weitere Nachfrage ist vorhanden, kann aber aufgrund fehlender Hallenkontingente und langer Fahrtzeiten momentan nicht bedient werden. Mit einem breit aufgestellten Angebot auf dem eigenen Inklusions- und Therapiehof möchte die Projektträgerin nun verstärkt auf die gute Nachfrage reagieren und ihre Aktivitäten ausweiten und verstetigen.



Der ehemalige landwirtschaftliche Betrieb ist bebaut mit einem Haupthaus, das in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts als roter Backsteinbau mit zwei Vollgeschossen errichtet wurde. Weiterhin sind im Bestand ein Stallkomplex mit verschiedenen Nebengebäuden sowie ein runder Güllebehälter.
Mit dem Projekt werden die vorhandenen Gebäude wieder einer Nutzung zugeführt und vor dem Verfall bewahrt. Neu zu errichtende Bauwerke fügen sich in das Gesamtbild der Anlage ein.

Als Herzstück der neuen Hofanlage soll dicht westlich an den vorhandenen Stall angrenzend eine neue, von zwei Seiten zum Hof hin offene Reithalle entstehen. Die Reithalle wird einen Aufenthaltsraum (inkl. Toiletten) mit einschließen, der den Betreuern und Zuschauern einen Blick in die Halle ermöglicht und Grundangebote wie Kaffee und Kuchen, kleine Snacks und einen Getränkeautomaten vorhalten soll.
Zusätzlich ist geplant, in dem Raum Lehrgänge durchzuführen und Kindergeburtstage zu feiern.

Das bestehende Stallgebäude soll für die Therapie-, Schul- und Pensionspferde als Aktivstall aufgebaut werden.
Diese artgerechte Haltungsform kommt den natürlichen Bedürfnissen der Pferde sehr nahe. Dadurch sind die Pferde ausgeglichener, weniger krank und leistungsbereiter, was gerade für Therapiepferde wichtig ist. Zudem werden Arbeitsaufwand und laufende Kosten gering gehalten.
Die Pferde leben Tag und Nacht in der Herde und müssen sich bewegen, um Futter, Wasser oder ihren Schlafplatz zu erreichen. Die Fütterung erfolgt über einen Futterautomaten, der die Mahlzeiten individuell auf jedes Pferd abstimmt.
In dem Stall soll zusätzlich ein Raum geschaffen werden, der mit Heu, Kletterstangen, Schaukeln, Holzpferd, usw. eingerichtet wird, um den Kindern auch bei schlechtem Wetter das Toben und Auspowern zu ermöglichen.

Nördlich des Stallgebäudes soll im Außenbereich eine Freilauffläche, nördlich der Reithalle eine Reitbahn entstehen.
Der ehemalige runde Güllebehälter soll verfüllt und überdacht und in eine Voltigier- und Longierhalle umgebaut werden.

Im Wohnhaus werden in dem ehemaligen Hallen- und Heubodenteil behindertengerechte, zusammenschließbare Ferienwohnungen eingerichtet, die auch für einen Wohngruppenurlaub geeignet sein werden.

Der gesamte Hofbereich wird durch ein befestigtes Wege- und Fahrnetz mit Parkplatzflächen barrierefrei gestaltet, so dass auch Rollstuhlfahrer problemlos zur Reithalle oder zum Stall gelangen können. Durch die unmittelbare Nähe der Gebäude zueinander entsteht eine sich geschlossen darstellende Hofplatzsituation mit kurzen Wegen und leichter Kommunikation.

Durch verschiedene Angebote und Aktionen werden die Gäste in die familiäre Atmosphäre auf dem Hof eingebunden. Dazu gehören zum Beispiel Reiten, Voltigieren, Ponyspiele, Kutschfahrten, Lagerfeuer, Heubodenübernachtungen und Stockbrot backen. Durch die Aktionen sowie die genannte Infrastruktur wird den Gästen ein ganzjährig attraktives Angebot bereitgestellt.

Zu den konkreten Reitangeboten gehören sowohl therapeutisches als auch konventionelles Reiten und Voltigieren als Einzelunterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für Kleingruppen sowie für Kindergärten und Schulen. Dazu kommen Wochenend- oder auch Mehrtages-Lehrgänge, Kooperationen mit anderen Therapeuten (Verleih von Pferden, Vermietung der Reithalle, Assistenz) und die Einstellung von Pensionspferden.